TQJ 4/2005

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Editorial

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LeserInnenbriefe

Kolumne: Der Park. Von Hans-Peter Sibler

Aktuelles

Veranstaltungskalender

 

Kunst, Gesundheitsförderung, Kampfkunst – Die drei Hauptfunktionen des Yang-Stil Taijiquan

Von Shi Yueming
Taijiquan ist Kampfkunst, Gesundheitspflege, Bewegungskunst und für die einzelnen Übenden sicher noch vieles mehr. Shi Yueming erläutert aus der Sicht des Yang-Stils, wie er ihn von seinem Lehrer Fu Zhongwen gelernt hat, dessen drei Hauptfunktionen. Dabei sieht er in künstlerischer Hinsicht vor allem eine starke Beziehung zur Kalligraphie. Gleichzeitig misst er dem Taijiquan einen hohen Stellenwert als natürlicher Heilmethode bei. Aufgrund des extremen Trainingsaufwands, den wirkliches Taijiquan-Gongfu voraussetzt, hat der Kampfkunstaspekt nur für einen kleinen Kreis Priorität. Um das Taijiquan insgesamt zu fördern, empfiehlt er weitergehende Forschungen in allen Bereichen.

Durch Bewegung zur Ruhe – Qigong und Walking
Von Delphine Jungclaus
Gehen und Laufen sind die Bewegungsarten, für die der menschliche Körper am besten angelegt ist, unsere natürlichen Fortbewegungsweisen, die in unserem heutigen oft bewegungsarmen Alltag schon für einen guten Ausgleich sorgen können. Wie Delphine Jungclaus zeigt, ist die Wirkung von zügigem Gehen in vielem der von Qigong-Übungen ähnlich. Sie hat beides zu einem Gesamtkonzept zusammengefügt, in dem das Walken Gelegenheit zu intensiver Bewegung, eine Energetisierung des Körpers und einen Einstieg in Ruhe und Wohlbefinden bietet. Qigong-Übungen werden begleitend und insbesondere in der anschließenden Ruhephase eingesetzt und sammeln die Aufmerksamkeit und das Qi im Inneren.

Raum zum Lernen – Yin- und Yang-Aspekte in Taijiquan- und Qigong-Unterricht
Von Lüer Mehrtens
Die Dynamik von Yin und Yang ist eine Grundlage der chinesischen Lebenskünste. Sie durchdringt die Art der Übung und ebenso deren Vermittlung. Auf der Grundlage der elementaren Fragen, welches Menschenbild dem Unterricht zugrunde liegt und welche Ziele dieser verfolgt, zeigt Lüer Mehrtens, wie beide Aspekte im Lernen und Lehren zusammenkommen, sich gegenseitig bedingen und kontrollieren. Er gibt damit Lehrenden und Lernenden Kriterien, um ihre eigene Position und das Unterrichtsgeschehen im Sinne von Yin und Yang einzuschätzen. Als falsch gilt dabei, was einen selbst oder andere schädigt.

Sanfte Heilbehandlung mit Qi – Qigong-Akupressur und -Massage
Von Li Jiacheng
Zum Qigong gehören neben stillen und bewegten Übungen die Übertragung von Qi auf andere Personen und eine Art energetische Massage. Letztere ist bei uns erst wenig bekannt. Die Qigong-Massage arbeitet auf derselben Grundlage wie das bekanntere Tuina und teilweise auch mit denselben Techniken, die allerdings in erster Linie mit Qi und weniger mit Kraft ausgeführt werden. Li Jiacheng unterrichtet diese Massageform als Teil des Jindan Dao, einer daoistischen Qigong-Tradition. Eigene Qigong-Erfahrungen, die Qi aufbauen und den Umgang damit schulen, sowie Grundkenntnisse in chinesischer Medizin sind Voraussetzungen, um mit Qigong-Massage behandeln zu können. Gerade bei chronischen, auch schwerwiegenden Erkrankungen kann sie gute Erfolge erzielen.

Den natürlichen Atemrhythmus finden – Hinweise zur Atmung in Qigong und Taijiquan
Von Foen Tjoeng Lie
Die Atmung gilt als eine der drei Säulen des Qigong und auch im Taijiquan kommt immer wieder die Frage auf, wie denn nun »richtig« geatmet werden soll. Foen Tjoeng Lie rät dazu, die für eine jeweilige Übung geltenden Regeln zwar genau zu beachten, dabei aber nichts zu erzwingen, sondern immer dem eigenen Übungsstand entsprechend vorzugehen. Wenn die Atmung entspannt und natürlich bleibt, kann sie sich allmählich dem Bewegungsrhythmus anpassen. Bei speziellen Atemtechniken empfiehlt er, diese zunächst unabhängig vom sonstigen Übungsablauf zu erlernen und erst anschließend mit dem ebenfalls einzeln eingeübten Ablauf zu kombinieren.
>> Artikel (der Link führt zu einer älteren Website)

»Dienst am Lebenshauch« – Taijiquan und Psychotherapie
Eine Auseinandersetzung aus unterschiedlichen Blickwinkeln
Von Gudrun Kapferer
Die Verbindungsmöglichkeiten zwischen Taijiquan und Qigong auf der einen und Psychotherapie auf der anderen Seite sind immer wieder Diskussionsthema. Gudrun Kapferer, die seit 20 Jahren Taijiquan unterrichtet und auch als Psychotherapeutin arbeitet, ist der Frage nachgegangen, ob Taijiquan Psychotherapie ist beziehungsweise worin wesentliche Unterschiede bestehen. Dabei fällt auf, dass der westliche Ansatz von Psychotherapie die Trennung von Körper und Seele voraussetzt, während die chinesische Sichtweise ganzheitlicher ist. Aber auch die Rolle der Therapeutin ist eine andere als die der Lehrerin und damit gleichzeitig die Formen von Übertragung, die stattfinden.

 

Events

6. European Taijiquan and Qigong Forum, 17. bis 24. Juli 2005 in Chatenay Malabry (F)

2. Bremisch-Niedersächsische Taiji und Qigong Konferenz, 17./18. September 2005 in Lemwerder (D)

1. Deutscher Kongress für Gesundheits-Qigong, 23. bis 25. September in München (D)

 

Rezensionen

Branchenbuch

Kurskalender

TQJ 4/2005

November 2005 – Januar 2006

Kan

Die Schlucht, Kan: Loch, Höhlung, tiefe Grube, Grab; Falle Prüfung. – Ideogramm: Erde und Grube.
Von den Farben ist dem Trigramm »Die Schlucht« Schwarz zugeordnet, die Farbe der Nacht. In der Familie der Trigramme steht es für den mittleren Sohn.
Sein Symbol ist der Strom, Shui: Fließend; flüssig, auflösend; Fluss, Gezeiten, Überschwemmung.
Sein Vorgang ist einerseits Riskieren, Xian: Vorbehaltlos wagen; kritischer Punkt; Schwierigkeit, Hindernis, objektive Gefahr, der man sich unterziehen muss. Und andererseits Fallen, Xian: Hinunter- oder hineinfallen, fallen lassen, hinuntergehen; stürzendes Wasser; gefangen sein.
Riskieren, Xian, und Fallen, Xian: Riskieren zu fallen, bis der Grund erreicht ist; das Wasser stürzt in die Gefahr der Schlucht hinein, füllt die tiefen Stellen auf und fließt dann weiter.

Quelle: Rudolf Ritsema/Hansjakob Schneider (Hrsg.): »Eranos Yi Jing (I Ging). Das Buch der Wandlungen«, O. W. Barth 2000