TQJ 4/2003

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Editorial

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Aktuelles

Veranstaltungskalender

 

Die Haltemuskulatur des Körpers aktivieren – Ein westlicher Ansatz zum Verständnis des Zhan Zhuang Gong.
Von Karel Koskuba
Stehübungen sind ein wichtiger Bereich sowohl im Qigong als auch in den inneren Kampfkünsten einschließlich des Taijiquan. Vielen Übenden fällt es schwer, lange in einer Position stehen zu bleiben und so stellen die Übungen des Zhan Zhuang Gong meist hohe Anforderungen an das Durchhaltevermögen. Karel Koskuba sieht eine wesentliche Aufgabe dieser Übungen darin, die Haltemuskulatur, die den Körper aufrecht und im Gleichgewicht hält, zu aktivieren. Im Gegensatz zur bewegenden Muskulatur, die wir bewusst einsetzen und die eher übermäßig angespannt wird, tritt die Haltemuskulatur oftmals durch ungünstige Haltungs- und Bewegungsmuster zu sehr in den Hintergrund. Dieses Ungleichgewicht ist Ursache vielfältiger Beschwerden. Im Zhan Zhuang Gong soll die bewegende Muskulatur entspannt werden, so dass die Haltemuskulatur ihrer Aufgabe nachkommen und allmählich bewusst genutzt werden kann. Neben diesen grundsätzlichen Überlegungen beschreibt Karel Koskuba mehrere Standübungspositionen aus dem Yiquan und gibt Hinweise für die eigene Praxis, etwa nur konzentriert zu üben und mit kurzen Zeiten anzufangen.

Taijiquan auf dem Weg nach Olympia – Die sportpolitische Seite einer traditionellen Kunst
Von Urs Krebs
Während man bei uns noch darüber streitet, ob es Sinn macht, mit Taijiquan auf Turnieren anzutreten, hat es sich allmählich herumgesprochen, dass es möglicherweise sogar olympische Disziplin wird. Urs Krebs beschreibt, wie sich diese Entwicklung aus der Einbeziehung des Taijiquan in die China Wushu Association und der von dieser betriebenen Internationalisierung ergeben hat und dass die Chancen tatsächlich nicht schlecht stehen. Allerdings würde das nur für Frauen gelten, da die Organisatoren im Interesse einer vielfältigen Präsentation des Wushu die verschiedenen Disziplinen zwischen Männern und Frauen aufgeteilt haben. Wettkampfform wird voraussichtlich die 42er Form werden, eine Qualifizierung auf nationaler Ebene und bei den Weltmeisterschaften 2007 wird erforderlich sein. Die genauen Teilnahmevoraussetzungen werden aber erst nach einer endgültigen Entscheidung 2004 veröffentlicht.

Die Schwingungsfrequenz des Körpers erhöhen – Einführung in das Duft Qigong
Von Julius Ebner
Das Duft Qigong gehört in China zu den populärsten Qigong-Methoden. Es ist einfach zu lernen und auszuführen und kann schon mit vergleichsweise geringem Aufwand deutliche Wirkungen erzielen. Julius Ebner stellt die drei Stufen der Übungspraxis vor, in denen zunächst der Körper von verbrauchtem Qi gereinigt wird, um dann frisches Qi aufzunehmen. Auf der dritten Stufe kann Qi zu Heilungszwecken auf andere Menschen übertragen werden. Beim Üben wird eine innere Leere angestrebt, die Aufmerksamkeit soll nicht eingesetzt werden. Die gesundheitlichen Verbesserungen durch regelmäßiges Duft Qigong sind vielfältig, aufgrund seiner eigenen positiven Erfahrungen hat der Autor das Projekt „Qigong gegen Heuschnupfen“ entwickelt.

Es ist vollbracht! – Zur Gründung eines Dachverbandes für Qigong und Taijiquan in Deutschland
Von Helmut Oberlack
Am 11. September 2003 trafen sich VertreterInnen von 16 Qigong- beziehungsweise Taijiquan-Verbänden und -Ausbildungsstätten in Göttingen und gründeten den »Deutschen Dachverband für Qigong und Taijiquan« (DDQT). Helmut Oberlack war maßgeblich mitverantwortlich für den Gründungsprozess und beschreibt dessen Entwicklung seit 1997. Insbesondere die Diskussionen um eine Anerkennung von Seiten der Krankenkassen und das bevorstehende Lebensbewältigungshilfe-Gesetz scheinen Bewegung und »frisches Qi« in die Szene gebracht zu haben, so dass sich wesentliche Organisationen nun auf gemeinsame Grundsätze geeinigt haben. Weitere Mitglieder sind willkommen.

Den richtigen Ton finden – Üben mit und ohne Musik.
Von Klemens J. P. Speer
Obwohl Taijiquan aus einer Zeit vor der Entwicklung elektronischer Musikwiedergabe stammt, suggeriert die rege Produktion entsprechender Tonträger, dass zum Taijiquan- oder auch Qigong-Üben eine musikalische Untermalung gehört. Klemens Speer stellt dar, dass sensibel ausgewählte Musik dabei helfen kann vom Alltag abzuschalten, sich zu entspannen und auf die Taiji-Bewegungen zu konzentrierten. Sie entfernt Übende allerdings auch von ihrem natürlichen Rhythmus – was durchaus beabsichtigt sein kann, um sich vom Ego zu lösen. Für das fortgeschrittene Üben empfiehlt er jedoch, sich in Stille den Klängen der Natur und dem eigenen Rhythmus hinzugeben.

Das Schlüsselbein: der Knochen, der seinen Namen verdient – Eine Annäherung
Von Ömer Humbaraci
Die Schlüsselbeine nehmen wir meist als gegeben hin ohne ihnen irgendwelche Aufmerksamkeit zu schenken. Dass sie an jeder Bewegung, die die Arme oder Hände ausführen, mehr oder weniger direkt beteiligt sind, ist wenigen bewusst. Durch die heute epidemisch verbreiteten Fehlhaltungen von Kopf und Schultern werden die Schlüsselbeine dauerhaft in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, was wiederum auf die Beweglichkeit der Arme und die Kraftübertragung zurückwirkt. Ömer Humbaraci ist diesen funktional-anatomischen Zusammenhängen nachgegangen, die er hier für medizinische Laien erläutert. Sie stellen seines Erachtens einen Schlüssel zu effizienten Bewegungen der Arme und Hände dar. Mit drei Tests regt er dazu an, selbst die Schlüsselbein-Hand-Linie zu erkunden und zu optimieren.
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Events

5. European Taijiquan- and Qigong-Congress/Forum 6. – 13. Juli 2003 in Borovetz (BG)

16. Recontres Jasnières, 25. – 27. Juli 2003 in Marçon dans la Sarthe (F)

World Qigong Congress 6. – 8. September 2003 in Berlin (D)

 

Rezensionen

Branchenbuch

Kurskalender

TQJ 4/2003
November 2003 – Januar 2004