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Die Fachzeitschrift für alle Taijiquan- und Qigong-Praktizierenden

Almut Schmitz
Ich freue mich sehr, dass das Projekt einer Fachzeitschrift für Taijiquan und Qigong Wirklichkeit geworden ist und mir dabei die Möglichkeit bietet, meine Begeisterung für Taiji und meine Erfahrungen als Lektorin und Redakteurin noch stärker zu verbinden. Seit ich Taijiquan vor etwa 15 Jahren kennen gelernt habe, hat es mich durch Studium, Examen, Umzüge, zwei Schwangerschaften, Beruf und Mutterdasein, durch Tiefen und Höhenflüge begleitet und ist dabei selbst zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden. Durch alle Wandlungen blieb es stets ein verlässlicher Freund, dessen äußere Form sich ebenfalls veränderte.

Nachdem ich bei Christel Proksch die Zheng-Manqing-Form gelernt und über einige Jahre vertieft hatte, begann mich die lange Form des Yang-Stils stärker zu faszinieren. 1994 habe ich dann bei Jan Silberstorff angefangen, den traditionellen Chen-Stil zu lernen, in dem ich mich seither nach besten Kräften übe. Insbesondere die regelmäßigen Lehrgänge bei Großmeister Chen Xiaowang inspirieren und motivieren mich, immer weiter in dieses umfassende System vorzudringen. Noch eine Reihe von anderen Lehrerinnen und Lehrern, an erster Stelle Jim Spira mit seinem Konzept der Bewegungsentwicklung, haben diesen Weg bereichert wie auch verschiedene Qigong-Formen wie die »Acht Brokatübungen«, der »Fliegende Kranich« und die »18 Bewegungen Taiji-Qigong«, die ich in dieser Zeit gelernt habe.

Ich schätze die Vielfältigkeit der Formen und Methoden im Qigong und im Taijiquan, sowie die verschiedenen Übungswege, die der Unterschiedlichkeit der Menschen gerecht werden und je nach Zielsetzung und Übungsintensität die verschiedensten Möglichkeiten bieten. Ich hoffe, durch meine Arbeit beim Taijiquan & Qigong Journal noch viel mehr darüber zu erfahren und natürlich weitergeben zu können. Ein besonderer Ansporn in diese Richtung war für mich das Turnier der Stichting Taijiquan Nederland in Utrecht, an dem ich im letzten Jahr erstmals teilgenommen habe. Während ich in Deutschland häufig Misstrauen, Konkurrenz und Eigenbrödelei zwischen den verschiedenen Richtungen erlebt habe, trafen dort VertreterInnen diverser Stile und Schulen in einer sehr offenen und freundlichen Atmosphäre aufeinander. Man konnte an diesem Tag viele Facetten des Taijiquan kennen lernen. Ich freue mich daher, dass in dieser ersten Ausgabe Epi van de Pol zu Wort kommt, der wesentlich an der Organisation dieser jährlichen Treffen beteiligt ist.

Mit dem Taijiquan & Qigong Journal werden wir hoffentlich eine ähnliche Entwicklung im deutschsprachigen Raum fördern. In vielen Gesprächen im Vorfeld war zu hören, dass großes Interesse am Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen besteht. Ich wünsche mir, dass in einem derart konstruktiven Sinne viele Qigong- und Taijiquan-Übende dazu beitragen werden, das neue Magazin zu einem interessanten Forum zu machen, das ein weites Spektrum dieser Lebenskünste widerspiegelt.

Möge die Übung gelingen!

Almut Schmitz

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