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Die Fachzeitschrift für alle Taijiquan- und Qigong-Praktizierenden


Zusammenfassungen Aktuelle Ausgabe 46 – 4/2011
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Qi Jing Ba Mai
Die acht außergewöhnlichen Meridiane und ihre Bedeutung für das Qigong
Von Ulla Blum

Die acht außergewöhnlichen Meridiane bilden die erste energetische Struktur im menschlichen Körper und so sind sie eng verbunden mit der vorgeburtlichen Energie. Nach der Geburt bilden sie ein ausgleichendes Qi-Reservoir, das vor allem in Notsituationen für schnelle Hilfe sorgen kann. Ulla Blum hat sich tief gehend mit der Bedeutung der außergewöhnlichen Meridiane beschäftigt und gibt hier eine Einführung, die sie aus dem Zusammenhang der chinesischen Weltauffassung heraus erläutert. Dabei führt sie besonders die numerologischen Zuordnungen aus, die seit alters her das chinesische Denken geprägt haben. In der nächsten Ausgabe geht sie detaillierter auf die einzelnen außergewöhnlichen Meridiane der ersten und der zweiten Generation ein und beschreibt die enge Verbindung der »Acht Brokatübungen« mit den außergewöhnlichen Meridianen am Beispiel der ersten Übung für den Chongmai.

 

Mit Taijiquan das Leben meistern
Interview mit Lau Kung King

Huang Xingxian war einer der berühmtesten Schüler von Zheng Manqing, der durch seinen Umzug nach New York wiederum wesentlich dazu beigetragen hat, Taijiquan im Westen bekannt zu machen. Lau Kung King war 15 Jahre lang enger Schüler und Vertrauter von Huang Xingxian und führt dessen Tradition, die neben Taijiquan das »Weißer Kranich Gongfu« und das Luohanquan umfasst, weiter. Im Gespräch mit Nikolaus Deistler erläutert er, wie sich die drei Kampfkünste ergänzen und wie sich das Taiji-Training auf sein Leben ausgewirkt hat. Er empfiehlt allen Übenden, neben dem Form-training auch die Partnerübungen, die für ihn quasi die Anwendung und Ausarbeitung der durch das Formlaufen entwickelten Theorie darstellen. In den letzten Jahren hat er selbst Übungsformen entwickelt, die den Lernprozess erleichtern sollen.

 

Taijiquan als geistiger Weg
Interview mit Jan Silberstorff

Jan Silberstorff, der in den letzten zwanzig Jahren einen der größten Taiji-Verbände im Westen aufgezogen hat und lange Zeit vor allem durch seine Erfolge im Pushhands bekannt war, sieht die Zukunft des Taijiquan als Weg der geistigen und spirituellen Entwicklung. Im Gespräch mit Sasa Krauter beschreibt er seine persönliche Motivation im Taijiquan, die ihn auch dazu geführt hat, eine in drei Stufen strukturierte Sitzmeditation als Teil des Trainingsrepertoires einzuführen. Die Schulung des Geistes und spirituelles Streben sind für ihn logische Konsequenzen einer tief gehenden Entwicklung in der Kampfkunst. Er spricht auch über seine Vorstellung von Erleuchtung und den Konflikt zwischen dem Ich, das Erleuchtung will, und der Auflösung des Ich. >> ganzes Interview lesen

 

Mein Weg zum »Tor des Lebens«
Atemtypen und die Bedeutung des Mingmen in Qigong und Taijiquan
Von Frieder Anders

Über die Atemtyplehre und die damit verbundenen Unterschiede in Haltung, Bewegungsweise und Atmung ist Frieder Anders zu der Erkenntnis gekommen, dass ein deutlicheres Bewegen in der Lendenwirbelsäule dem gesamten Atemvorgang zugute kommt. Dabei spielt der Bereich um Mingmen, das »Tor des Lebens«, eine wesentliche Rolle. Leichte Schaukelbewegungen in der Lendenwirbelsäule sowie eine dem Atemtyp entsprechende Ausrichtung der Haltung sollen die Entstehung des »wahren Atems« fördern, der von sich aus geschieht, um dann situationsgerecht geführt zu werden.

 

Guru? MeisterIn? LehrerIn? TherapeutIn?
Versuch einer Begriffsklärung und Standortbestimmung
Von Dietlind Zimmermann

Mit dem Beitrag »Splitter und Balken auf dem Weg zum Dao« in Heft 44 und dem Erfahrungsbericht einer Schülerin, die die Einflussnahme ihres Lehrers auf ihre Person als missbräuchlich erleben musste, ist offensichtlich ein Thema berührt worden, das der genauen Betrachtung bedarf – denn es spiegelt etwas, das unausgesprochen auch in »unserer Szene« Probleme produziert: Machtmissbrauch aus der Autoritätsposition der oder des Unterrichtenden. Dietlind Zimmermann beschreibt die verschiedenen Lehrerrollen und damit verbundene Erwartungen, um sowohl für Unterrichtende als auch für Lernende die Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Bezugsrahmen zu verdeutlichen. Lehrende und Lernende sind gleichermaßen angehalten, kritisch ihre eigene Motivation und Einstellung zu hinterfragen und bewusst mit der jeweiligen Situation umzugehen.

 

Die Kunst des Jetzt
Die Franklin-Methode®: Synthese aus Imagination, Bewegung und erlebter Anatomie
Von Roland Strauß

Der Tänzer und Choreograph Eric N. Franklin entwickelte aus der Erfahrung mit verschiedenen Bewegungs- und Körpertherapiemethoden eine eigene Bewegungspädagogik, die insbesondere über die Kraft der Vorstellung lebendiges Wissen über die Funktionsweise unseres Körpers in diesem verankern soll. Roland Strauß, der selbst auch Qigong unterrichtet, hat festgestellt, dass die Erkenntnisse aus der Franklin-Methode nicht nur allgemein das Verständnis für den eigenen Körper verbessern, sondern
darüber hinaus das Qigong- und Taijiquan-Lernen vereinfachen können. Er gibt eine Einführung in die Grundpfeiler der Methode – Verkörperung, Imagination und effektive Bewegung.

 

Event: »Endlich Ruhe« – Mit Qigong und Taijiquan Menschen in die Stille führen
Kongress des Deutschen Dachverbandes für Qigong und Taijiquan
2. bis 4. September in Holzkirchen (D)

Nach zwei Jahren veranstaltete der Deutsche Dachverband für Qigong und Taijiquan wieder einen Kongress, diesmal standen die meditativen Aspekte von Qigong und Taijiquan im Mittelpunkt. Das gesamte Kongressprogramm war nicht nur inhaltlich, sondern von der gesamten Gestaltung her auf achtsame Stille und innere Ruhe hin ausgerichtet. Dietlind Zimmermann ließ sich von dem vielfältigen Angebot inspirieren.

Event: Duan-Prüfungen auf der Jiaozuo 6th International Exchange Competition
25./26. August 2011 in Jiaozuo, China
>> Eventbericht lesen