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Die Fachzeitschrift für alle Taijiquan- und Qigong-Praktizierenden
       

Qigong und Medizin
www.qigong-und-medizin.de

Treffen des Arbeitskreises „Qigong und Medizin“ und des Arbeitskreises „Qigong und Pädagogik“
am Freitag, den 24.September 2010 in Halle
13:30-16:30 Uhr im Melanchtonianum der Universität Halle

Koordination: Dr. med. Ingrid Reuther und Katrin Arnold

Anwesend waren 18 Personen aus den unterschiedlichsten Berufsrichtungen. Das Besondere bei diesem Treffen war, dass der Arbeitskreis „Qigong und Pädagogik“ und der Arbeitskreis „Qigong und Medizin“ aus zunächst organisatorischen Gründen gemeinsam tagten. Es wurde ein gelungenes Experiment, eine Bereicherung für alle Beteiligten.
Alle drei ReferentInnen hatten jeweils 40 Minuten Zeit für die Präsentation ihrer Themen. Alle drei hatten sowohl einen theoretischen Inhalt als auch praktische Übungen vorbereitet. Im Anschluss an die Referate wurde jeweils mit den TeilnehmerInnen diskutiert.
Es folgen nun die Zusammenfassungen der einzelnen Beiträge:

Dieter Mayer,Kampfkunst- und Bewegungslehrer, Buchautor,Landsberg/Lech: „Typgerecht trainieren mit der Bewegungslehre nach den fünf Elementen“

Das Konzept von Dieter Mayer verbindet Aspekte der westlichen Bewegungslehre mit dem Denken der östlichen Tradition. So ordnet es die verschiedenen Phasen im Bewegungsablauf (Stabilisierung, Gegenbewegung, Impuls, Kontraktion, Balance) den fünf Elementen und damit fünf verschiedenen „Typen“ mit ihrer jeweils eigenen Qualität zu. Zum Beispiel ist die Bewegungsphase der Stabilisierung mit dem Element Wasser verbunden. Der „Philosoph“ als vorherrschender Typ dieser Phase ist in seiner Tendenz intuitiv und mit seiner Aufmerksamkeit nach innen gerichtet, ein Aspekt, der zum Beispiel beim Qigong-Üben stark betont wird.

Im Kontakt mit anderen, z. B. in Partnerübungen, sind dann auch andere Qualitäten gefragt, um die eigene Mitte als Ausgangspunkt der Bewegung nicht nur „für sich“, sondern auch in Bezug auf eine Außenwirkung zu bewahren. Damit ist auch ein systemischer Aspekt in der Bewegungslehre präsent: der „Kämpfer“ aus dem Element Holz, der zweiten Bewegungsphase des Kraftaufbaus, der Dehnspannung zugeordnet, verkörpert diesen Aspekt der Interaktion mit den Außeneinflüssen. Seiner Gegenbewegung als notwendigem Spannungsaufbau vor den Phasen der Belastung und Kraftwirkung entspricht das Prinzip im Qigong, Bewegung aus ihrer Gegenbewegung entstehen zu lassen. Dies wurde deutlich bei der Übung, eineN PartnerIn aus der eigenen Mitte heraus wegzuschieben.

Der Bewegungswiderstand ist ein praktischer Schlüssel zum Verständnis und zur Erweiterung eigener Bewegungsmuster: Er ist spürbar, es kann damit experimentiert werden.
Das Konzept verknüpft so neben den Bewegungsphasen mit den fünf Elementen und ihren Typen auch anatomische Aspekte aus der Spiraldynamik, systemische Sichtweisen und eine ressourcenorientierte Grundhaltung. Es ist eine Einladung, sich spielerisch anderen Ideen zu öffnen und die eigenen Potenziale zu nutzen. Damit bietet es auch eine Argumentation für Qigong und Taijiquan im therapeutischen Bereich.
Dieter Mayer hat sein Konzept dieses Jahr unter dem gleichen Titel „Typgerecht trainieren“ als Buch veröffentlicht.
www.ass-institut.de

Annette Köhler, M. A. phil., Atemtherapeutin, Heilpraktikerin, Kassel: „Qigong und Selbstmassage mit Parkinsonkranken“

Beschreibung des Krankheitsbildes
Parkinson (Morbus Parkinson, kurz MP) ist eine chronische, fortschreitende neurologische Erkrankung mit folgenden Hauptsymptomen: Bradykinese (Bewegungsverlangsamung), Tremor (Zittern), Rigor (Muskelsteifigkeit, -sperre), Störung der posturalen Reflexe (Gleichgewichtsstörungen, geneigte Körperhaltung).

Weitere mögliche Symptome: Depression, Riechstörungen, Verstopfung (meist frühe Symptome, Jahre vorher), Verlangsamung der Denkabläufe (Bradyphrenie ist die häufigste psychische Erscheinung bei MP), soziale Unsicherheit, vermehrte Schweißsekretion, später: Blasenfunktionsstörungen, orthostatische Dysregulation. Die Betroffenen sind häufig eher antriebsarm, passiv, leiden ggf. unter mangelndem Selbstwertgefühl, auch Störungen der Sexualfunktion und Schlafstörungen.
Die Ursache der Erkrankung ist bisher ungeklärt. Neben dem zunehmenden Dopaminmangel findet man die sogenannten Lewy-Körperchen, kleine Ablagerungen, die sich im Hirn, aber auch im Bauch (im eneteralen System) finden.

Grundveränderungen der Haltungsmuster
Kopf, Rumpf vorwärts geneigt; Hüften, Knie, Ellenbogen in Beugung, eher innenrotiert, adduziert; Hand-, Fingergelenke gebeugt

Grundveränderungen Gangbild
Gang wird schwerfälliger, schlurfende Schritte; nachlassendes oder fehlendes Schwingen der Arme; weniger Abrollen im Standbein, weniger Lösen vom Boden im Schwungbein; kleinere Schrittlänge, geringe Spurbreite; Starthemmung, Trippeln, Fallneigung (siehe Massage Magen 36).
Grundveränderungen der Bewegungsmuster (und was üben?)

1. Mangel an „frühkindlichen“ Bewegungsabläufen wie Gleichgewichtsreaktion, Rumpfrotation.
Üben: Qigong-Bewegungen mit einer Hand am Stuhl stabilisieren, stehend an der Wand
2. Rotationsarme Bewegungen.
Üben: Drehbewegungen mit Armschwüngen und Anschluss der Arme
3. Bewegungsbeginn, Bewegungsunterbrechung und -umkehr treten meist zeitlich verzögert ein
Üben: Pausen nach einer Bewegungsfolge, Impulsaufbau, Atemrhythmus nutzen um Bewegungen anzufangen
4. Große, endgradige Bewegungen werden selten ausgeführt, weil sie schwer fallen.
Üben: viele Streckübungen, z. B. Spiel des Kranichs, Spiel des Hirschen. Besonders intensiv sollte die Aufrichtung und vollständige Streckung im Becken geübt werden.

Selbstmassage (Akupressur) als „Erste-Hilfe“ für den Alltag
Bewegungsbeginn, Bewegungsunterbrechung und -umkehr treten bei Parkinson-Patienten verzögert ein. Das bedeutet, der Patient möchte sich bewegen, aber es geht nur verlangsamt. Die Bradykinese ist für die Diagnose unbedingt notwendig, ist also immer vorhanden, nur in verschiedenen Schweregraden. Betrifft sie die Arme, kann der Patient weniger gut greifen.

Betrifft sie die Beine, kann er zum Beispiel schlecht loslaufen, er bleibt „hängen“. Für diese Bewegungsstörungen in den Beinen kann ein leichtes Klopfen um Magen 36 sehr dienlich sein. Das Klopfen kann sitzend und stehend durchgeführt werden.
z. B. : Aufstehen aus dem Stuhl: Vor dem Aufstehen aus dem Stuhl Magen 36 kurz klopfen und dann sofort aufstehen. Erst stehenbleiben, tief atmen, dann Qigong üben oder losgehen. Die Patienten bemerken, dass es dann viel leichter geht.

Die Referentin schreibt gerade ihre 20-jährige klinische Erfahrung mit Parkinsonkranken, Qigong und Selbstmassage in einem Buch nieder, dass ab Herbst 2011 unter dem Titel „Selbsthilfe bei Parkinson“ im Buchhandel erhältlich sein wird.
www.qigong-kassel.de

Tim Zimmermann, Sportwissenschaftler, Leipzig: „Qigong im Spannungsfeld von Entspannung und Stressbewältigung“

Tim Zimmermann unterscheidet zwei Aspekte der Entspannung: muslulär und neurophysiologisch. Meist sind wir im Alltag mit mehr Spannung als notwendig unterwegs.
Konkret spürbar wird Entspannung über eine natürliche muskuläre Haltungskoordination. Bei der Dehnung von Muskelpartien und somit der Entspannung im wahrsten Sinn des Wortes, werden über das natürliche und notwendige Maß hinaus kontrahierte Muskelverbände gelockert. Unterstützend kann die Haltung im Qigong sein, beispielsweise das behutsame Aufrichten im Bereich der Hals-Nacken-Region und im unteren Rücken im Übergang der Wirbelsäule zum Becken.
Übungen
Schwung- und Lockerungsübungen schaffen über Dehnung eine Entspannung der Muskulatur. Hier kann die Partnerarbeit ideal einfließen.

- Halten und in einem weiteren Schritt behutsames Heben und Senken des entspannten Arms durch einen Übungspartner
- Gelenk- und Muskellockerungen / Handgelenk, Ellenbogen, Schulter und in Verbindung durch einen Partner
- Da der Schultergürtel über den Tag im oder gegen das Schwerkraftfeld der Erde gehalten wird, erfahren wir eine bedeutende Entspannung im Bereich der Schultern, Arme und des Kopf-Hals-Nacken-Bereiches, indem wir vorne übergeneigt diese Regionen ins Schwerkraftfeld der Erde loslassen.

Beim Erlernen von Bewegungen sind viele Hirnbereiche, beispielsweise im Neokortex aktiv. Nach einer Phase des vertieften Übens tritt die Bewegungsregulation in tiefere Schichten des Gehirns, so dass die „entspannende“ Wirkung erfahrbar werden kann. Zu Beginn des Lernens von Bewegungsabläufen kann jedoch eher von „Stress“, zumindest neurophysiologisch gesprochen werden.
Was Wirkungen des Qigong und entsprechende Untersuchungsverfahren bei Geübten betrifft, bestehen Lücken in der Forschungslandschaft.

Messungen, die die Entspannungsfähigkeit charakterisieren, können mittels der Herzfrequenz, genauer der Herzfrequenz-Variabilität erfolgen. Je größer der Unterschied zwischen den einzelnen Herzschlägen, desto stärker ist das System fähig, Stress entgegenzuwirken.
Der Parasympathikus steuert die Entspannungsreaktionen und hat seinen Sitz im verlängerten Mark des Gehirns. Eine Region im Hals-Nacken-Bereich, die bei der Haltung und bei Entspannungsübungen des Qigong von wesentlicher Bedeutung ist (s. o.). Hier finden sich auch die Schaltstellen des Parasympathikus zu den Organen, unter anderem zum Herzen, dem Kehlkopf, Magen und Leber. Im Sakralbereich verzweigt er sich unter anderem zu den Nieren und zum Dickdarm. Bei stillen Übungen wie der Entspannungsübung im Liegen, wo einzelne Bereiche des Leibes vom Kopf bis zu den Füßen mittels Vorstellung und Atmung beruhigt werden, können gerade solche „Schaltstellen“ in den Fokus genommen werden.
Im Laufe der Jahre tendiert der Mensch zu einer Betonung des Sympathikus, dem System, welches den Organismus aktiviert. Wie bei Muskeln gilt es, ideal durch Übungen des Qigong, zu trainieren, den Parasympathikus zu stärken.
info@gesundheits-ressourcen.de

Protokoll: Katrin Arnold und Ingrid Reuther

Das nächste Treffen findet am Sa./So. 26./27. März 2011 in Bonn statt.
Sa. 15-18 Uhr, So 10-13 Uhr
Brüderkrankenhaus St. Petrus, Peter-Friedhofensaal, Bonner Talweg 4-6

Koordination:
Dr. med. Ingrid Reuter, Ringener Straße 30, 53501 Grafschaft-Karweiler, Fon 02641/ 260 60, ingridreuther@aol.com

 

Arbeitskreis Qigong und Pädagogik

Der Arbeitskreis Qigong und Pädagogik trifft sich das nächste Mal wieder gemeinsam mit dem Arbeitskreis Qigong und Kunst: Am 1. und 2. Oktober 2011 in Bonn, Samstag 14 - 18 und Sonntag von 9 - 13 Uhr.
Der Arbeitskreis ist offen für alle Themen und Fragen im weiten Feld von Qigong in der Verbindung zur pädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Auch zwischen den Treffen können Fragen und Informationen gerne an den E-Mail-Verteiler des Arbeitskreises weitergeleitet werden.

Koordination:
Katrin Arnold, Hasenweg 2, 23568 Lübeck, Fon 0451/ 296 94 70, info@katrinarnold.de
Edeltraut Rohrmoser, Waldstraße 29/1, 72250 Freudenstadt, Fon 07441/ 46 27

Bericht vom Arbeitskreis Qigong und Philosophie

Treffen im Rahmen der 9. Deutschen Qigong-Tage vom 24.-26.9.10 in Halle/Saale
Leitung: Dr. Imke Bock-Möbius

Zum Thema dieses Arbeitskreistreffens wurde der Artikel von Livia Kohn „Bewusstsein und Augen. Sinnliche und geistige Erfahrungen in der daoistischen Mystik“ gewählt, erschienen in der Zeitschrift für Qigong Yangsheng 2001. Wir begannen mit einer Zusammenfassung des Artikels, in dem zwei grundlegende Formen der menschlichen Erfahrung diskutiert werden. Es wird Bezug genommen auf einen Tang-zeitlichen Text des Dichters und Philosophen Wu Yun, der in einem Dialog zwischen den Augen als Repräsentanten der Sinnesorgane und dem Bewusstsein als Ort der geistig-seelischen Aktivitäten und als Herrscher über die Sinne beschreibt, dass die Augen nicht nur durch die Dinge, die sie sehen und die dann Begehren verursachen, Unruhe im Geist stiften, sondern auch als Lehrer des Bewusstseins bei der Suche nach dem Dao fungieren können. So kann die Aufspaltung beider Erfahrungsweisen überwunden werden und der Mensch zu innerem Frieden gelangen.

Die Diskussion der neun TeilnehmerInnen befasste sich mit folgenden Fragen: Wie können wir den Text auf unseren Alltag beziehen und auf unsere Übungspraxis anwenden? Von welcher Seite aus argumentieren wir, wenn Konflikte auftauchen? Wie schaffen wir das: wahrnehmen, aber sich nicht durch den Input der Sinne in Dinge verstricken lassen, sich nicht aus der Mitte bringen lassen? Wie gelingt die Aufgabe, die unbequeme Seite zu integrieren, die uns stets bei der Wahrnehmung begleitet? Wie gehen wir mit den vielfältigen Reizen um: Am Anfang der Übungspraxis sind wir im geschützten Rahmen, um später wieder „auf den Marktplatz“ zurückzukehren. - Zum praktischen Abschluss des AK-Treffens leitete Ingrid Scharschmidt Übungen an, die der Belebung der Augen dienten.

Es entstand der Wunsch, Hand-outs mit kurzen prägnanten Definitionen der häufig vorkommenden philosophischen und religiösen Begriffe zu erstellen; Vorschläge und Wünsche dazu bitte an die Koordinatorin. Wer Lust hat, daran mitzuarbeiten, ist willkommen.

Das nächste Treffen des Arbeitskreises ist im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Deutschen Qigong Gesellschaft am 12./13. Nov. 2011 in Hamburg geplant. Themenvorschlag für das nächste Treffen: „Die fünf Wandlungsphasen“. Wer hat welche Fragen dazu und wer hat Lust, etwas mit vorzubereiten? Voranmeldungen sind sehr willkommen, aber nicht Voraussetzung.

Koordination:
Dr. Imke Bock-Möbius
Hörisstr. 38, 78315 Radolfzell, Fon 07732/ 94 52 07
iks.moebius@t-online.de

 

Bericht Arbeitskreis „Qigong mit älteren Menschen“

Die Beteiligung beim Arbeitskreis „Qigong mit älteren Menschen“ bei den 9. Qigong-Tagen in Halle hat sich im Vergleich zu den Tagen in Kassel vor zwei Jahren genau verdreifacht. Dies liegt aber in erster Linie daran, dass dieser AK noch einer der jüngeren Arbeitskreise innerhalb der Qigong-Szene ist. Wir arbeiten erst im dritten Jahr miteinander. Weil wir uns anfangs noch „Austauschkreis“ nannten, treffen wir uns vermutlich öfter als die anderen Arbeitskreise. Dreimal im Jahr kommen wir für einen Tag – zumeist in Nürnberg, neuerdings auch in Bad Bevensen – zusammen, um uns auszutauschen und für die Arbeit mit älteren Menschen weiterzubilden. Zuerst waren wir bestrebt, geeignete Übungen für ältere Menschen in Alten- und Pflegeheimen zusammenzutragen. Inzwischen beschäftigen wir uns auch mit den häufigsten Krankheitsbildern von alten Menschen und was dies für die konkrete Übepraxis jeweils bedeutet kann.
Bei den Qigong-Tagen in Halle hat Manuela Jacob aus Starnberg mit uns Qigong-Übungen im Sitzen aus dem Programm der „Vier Jahreszeiten“ nach Zheng Yi geübt. So haben wir beispielsweise gelernt, wie „ein Panda sich das Gesicht wäscht“ oder „ein Maulwurf Erde hinauswirft“. Wichtig bei allen Übungen ist, sie so zu gestalten beziehungsweise notfalls abzuändern, dass sie von älteren Menschen mit Freude nachvollzogen werden können – dies haben wir inzwischen begriffen.

Es zeigte sich wieder, dass das Interesse an unserer Arbeit sehr groß ist. Im Sommer dieses Jahres haben sich etwa ein Dutzend Interessierte zu einer „Region Nord“ zusammengeschlossen. Sie bieten zukünftig für KursleiterInnen aus Nord-, West- und Ostdeutschland in der Nähe von Bad Bevensen in der Lüneburger Heide ein eigenes Arbeitskreistreffen an, um die Fahrtkosten zu verringern und auch räumlich enger in Kontakt zu bleiben.
In Halle wurde der Wunsch geäußert, auch für die „Region Südwest“, das heißt für Rheinland-Pfalz, Baden und Hessen eigene Regionaltreffen zu organisieren. Neue Interessenten sind aufgerufen, sich über die Kontaktadressen zu melden! Im zweiten Teil des Freitagnachmittags in Halle haben Maria Christl und Gerda Fürstenhöfer die neu konzipierte Weiterbildungsreihe „Qigong im Alter“ vorgestellt, die mitten aus der Arbeit des AKs entstanden ist.

Neue Weiterbildungsreihe „Qigong im Alter“
Denn während der Arbeitskreistreffen sind immer wieder Fragen von Kursleiterinnen aufgetaucht, die Bedenken haben, ob sie der Zielgruppe „ältere Menschen“ auch gewachsen sind. Andere wissen nicht recht, wie sie den Kontakt zu den entsprechenden Einrichtungen herstellen und mit einer größeren Gruppe von Hochbetagten oder gesundheitlich eingeschränkten Menschen angemessen umgehen sollen.
In der nun konzipierten Weiterbildung „Qigong im Alter“ stehen daher weniger neue Qigong-Übungen im Vordergrund, sondern es werden in erster Linie die Rahmenbedingungen eines solchen Angebots, typische Krankheitsbilder und das pädagogische Rüstzeug für die Leitung solcher Gruppen thematisiert. Die TeilnehmerInnen sollen befähigt werden, Übungen aus dem eigenen Repertoire für die spezielle Zielgruppe „ältere Menschen und Senioren“ anzupassen oder neu zu entwickeln. Stärker als in den meisten Aus- und Fortbildungen werden Didaktik und Methodik, der Umgang mit Störungen und mit Gruppenphänomenen bearbeitet. Dabei wird das Modell der „Themenzentrierten Interaktion“ vorgestellt. Mit einem weiteren Modul „Feedback, kollegiale Beratung und Coaching“ wollen die InitiatorInnen der Tatsache Rechnung tragen, dass eine Kursleiterin oder ein Qigong-Lehrer meist nach absolvierter Prüfung über viele Jahre auf sich allein gestellt ist. Nur in den seltensten Fällen erhält man unterstützende Rückmeldungen zur eigenen Leiterpersönlichkeit und Arbeitsweise.

Die Weiterbildungsreihe wird vier Wochenendseminare – verteilt auf zwei Jahre – umfassen, die aufeinander aufbauen, aber auch einzeln besucht werden können. Nach einem Grundlagenmodul (2./3. April 2011) folgt das Seminar „Knochen und Stand“ (12./13.11.2011). Die Seminarteile „Herz, Atem und Mitte“ und „Kopf und Geist“ finden voraussichtlich am 24./25.3.2012 und am 10./11.11.2012 statt.
Veranstaltungsort ist ein Tagungshaus in Nürnberg mit Übernachtungsmöglichkeit, das zu Fuß vom Hauptbahnhof gut und schnell erreichbar ist.

Die Seminarleitung bilden vier erfahrene Qigong-LehrerInnen mit Erfahrung in der Arbeit mit älteren Menschen, die bereits auch in der Arbeitskreisleitung zusammenarbeiten: Gerda Fürstenhöfer ist Ausbilderin der Deutschen Qigong Gesellschaft, Ralf Jakob TZI-Gruppenleiter und Coach, Maria Christl Physiotherapeutin und Silke Strunk arbeitet als Diplom-Sozialpädagogin in der Altenhilfe
(Kontakt: Gerda Fürstenhöfer, Fon: 09174/ 49 13 39, E-Mail: info@qi-harmonie.de)

Ausblick auf 2011

Die nächsten Termine des Arbeitskreises „Qigong mit älteren Menschen“ sind:
am 26. Februar in Nürnberg

Elvira Pfeiffer, Sport- und Qigong-Therapeutin an einer neurologischen Reha-Klinik in der Schweiz, berichtet über ihre Arbeit mit Schlaganfall-, Parkinson-, MS- und Tumorpatienten und zeigt praktische Übungen.

Gerlinde Wunder stellt uns die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit im Bereich Pflegewissenschaften über die „Langzeitwirkung von Qigong bei älteren Menschen“ vor.
am 5. März beschäftigt sich der AK Nord in Bad Bevensen mit Übungen zur „Wahrnehmung aller Sinnesorgane“

am 16. Juli in Nürnberg wird
Ortrun Griebel, Theologin mit psychotherapeutischer Praxis, das Thema „Tod und Trauer“ bearbeiten. Insbesondere: Welchen Raum finden diese existentiellen Fragen in unserer Arbeit als Qigong-KursleiterIn?

Danach wird Susanne Deckert aus München uns einige Selbst- und Partnermassagen vorstellen, die geeignet sind für die Arbeit mit älteren Menschen.
Alle Arbeitskreistreffen dauern jeweils etwa von 10.30 bis 17.30 Uhr.

Anfragen und Anmeldungen zum Arbeitskreis können an folgende Kontaktadressen gerichtet werden:
Ralf Jakob, 09101/ 53 75 05, ralf.jakob@franken-online.de,
Silke Strunk, 0951/ 547 03, stille-in-bewegung@arcor.de,
Für Region Nord: Lore Neumann, 05828/ 97 98 38, die.neumanns@t-online.de

 

Arbeitskreis Psychotherapie

Treffen am Freitag, 24.9.2010 von 13.30 bis 16.30 Uhr

Das Treffen des Arbeitskreises „Qigong und Psychotherapie“ fand mit 14 TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Bereichen der ambulanten und stationären psychotherapeutischen Versorgung statt. In einer Anfangsrunde wurden die verschiedenen Anliegen und Fragestellungen zusammengetragen, die später gemeinsam erörtert wurden. Dabei handelte es sich zum Beispiel um Fragen zur Anwendbarkeit von Qigong-Übungen beziehungsweise deren Modifikationen bei Menschen mit Depressionen, Suchterkrankungen oder psychiatrischen Erkrankungen.

Ein Teilnehmer aus dem Irak, der sich über ein Stipendium in Deutschland aufhielt, brachte die Frage ein, inwieweit Qigong eine Möglichkeit darstellt, den vielen Kriegstraumatisierten und auch Kriegsversehrten in seiner Heimat zu helfen und welche Art der Vermittlung angemessen sein könnte. Die verschiedenen Fragen wurden im Arbeitskreis angeregt diskutiert und die unterschiedlichen Erfahrungen ausgetauscht. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das sehr interessante Referat zu den theoretischen Hintergründen des Qigong als Teil der chinesischen Medizin.

Ulla Blum, Heilpraktikerin und Dozentin für Qigong/Akupunktur und Ganzheitliche Körpertherapie aus Berlin referierte über „Die Bewegungen des Herzens – zur Psychologie der Chinesen“. Ausgangsbasis war das Konzept der fünf Seelen und der sieben Emotionen in der TCM. Die gelungene Verknüpfung der theoretischen Aspekte mit Qigong-Übungen, zum Beispiel Übungen aus dem „Spiel der fünf Tiere“ stieß bei den TeilnehmerInnen - wie die rege Diskussion zeigte - auf großes Interesse an solchen Theorie-Praxis-Verschränkungen, konnte aber aufgrund des begrenzten Zeitrahmens nur angerissen werden.
Ein gemeinsames Üben auf dem Vorplatz der Martin Luther Universität bildete den Abschluss des Arbeitskreises und gleichzeitig eine schöne Überleitung zu den Veranstaltungen der 9. Deutschen Qigongtage.

Das nächste Treffen ist für 2011 geplant, voraussichtlich treffen wir uns im Rahmen des DDQT-Kongresses „Endlich Ruhe“ vom 2.9 - 4.9. 2011 im Benediktushof in der Nähe von Würzburg. Wir freuen uns über den mittlerweile sehr lebendigen, schulenübergreifenden Arbeitskreis, zu dem wir gerne weitere Interessierte einladen möchten. Am einfachsten ist es, über E-Mail Kontakt zu uns aufzunehmen.

Koordination:
Claus Fischer, Fon 0521/ 39 25 73, Mail fischer.claus@gmx.de
Sylvie Linz, Fon 040/ 60 03 96 16, Mail s.linz@hof-toppenstedt.de

 

Arbeitskreis Qigong mit Kindern und Jugendlichen

Treffen am 24.9.2010, 14-17 Uhr in Halle

Der Arbeitskreis „Qigong mit Kindern und Jugendlichen“ traf sich unter der Leitung von Sibylle Thaller. Nach einer gemeinsamen Qigong-Übung und anschließender Vorstellungsrunde, bei der alle Teilnehmer ihre Fragen, Wünsche und Erwartungen formulierten, wurden folgende Gesprächsschwerpunkte festgelegt:
Welche Qigong-Übungen eignen sich für die Schule? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?
Wie kann eine Entlastung/ Stressprävention für Lehrer und Schüler am Ort Schule organisiert werden?
Wie kann die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verbessert bzw. ausgeweitet werden?

Sehr hilfreich für die Beantwortung der ersten Fragestellung war der Beitrag einer Teilnehmerin, die seit zehn Jahren in der fünften Jahrgangsstufe einer Hauptschule das Pflichtschulfach „Gesundheitserziehung“, in dem auch Qigong verankert ist, unterrichtet. Ihre Erfahrung hat gezeigt, dass das soziale Lernen der Kinder untereinander dank Qigong deutlich zunimmt und ausgeprägter verläuft. Die Akzeptanz von Qigong ist auch in den höheren Klassen dieser Mittelschule sehr hoch, da die Schüler es noch vor der kritischen Pubertätsphase kennen- und schätzen gelernt haben. Einige Teilnehmer berichteten über ihre Erfahrungen mit verschiedenen Qigong-Übungen im Unterricht und stellten bewährte Übungen vor. Der rege Austausch an dieser Stelle wurde als sehr bereichernd empfunden. Aus den Erfahrungsberichten der einzelnen Teilnehmer (Erzieher, Lehrer, Heilpraktiker und andere) kristallisierte sich heraus, dass Kinder bereits im Vorschulalter mit Qigong in Kontakt treten sollten. Um dieses Ziel umsetzen zu können, sind Geldmittel zur Bezahlung der Qigong-Lehrer notwendig. Die Finanzierung über Kursteilnehmerbeiträge erscheint bisher als effektivste und unbürokratischste Lösung. Wegen der knappen Zeit wurden einige Themen auf das nächste Treffen vertagt.

Das nächste Treffen wird im Rahmen des Zweiten Internationalen Symposiums in Qigong mit Kindern und Jugendlichen zum Thema „Lebenskompetenz durch Qigong“ vom 4. bis 6. November 2011 in Augsburg stattfinden. Das Symposium ist gleichzeitig eine Feier des zehnjährigen Bestehens der Spezialausbildung in „Qigong mit Kinder und Jugendlichen“ Einige Themen, die in Halle angerissen wurden, sollen wieder aufgenommen werden, zum Beispiel Übungen für Kinder mit ADHS/ADS.

Koordination:
Sibylle Thaller, Warndtstr. 19, 86161 Augsburg, Fon 0821/ 55 42 15, Mail sibylle.thaller@t-online.de
Gudrun Seitz-Heyl, Fon 07245/91 71 57, Mail G.Seitz-Heyl@web.de

 

Arbeitskreis Qigong und Kunst

Das nächste Treffen des Arbeitskreises Qigong und Kunst wird wieder gemeinsam mit dem Arbeitskreis Qigong und Pädagogik stattfinden: Am 1. und 2. Oktober 2011, Samstag 14 - 18 Uhr und Sonntag 9 - 13 Uhr in Bonn.

Koordination:
Catharina Tak-Cheung Yung, Fon 0211/ 498 18 43, Mail cyungtc@aol.com

 

Arbeitskreis Qigong und Arbeitswelt

Nach einer schöpferischen Pause wird der Arbeitskreis „Qigong und Arbeitswelt“ wieder aktiv. Barbara Twardon und Irmela Schubert, beide Dozentinnen der Medizinischen Gesellschaft für Qigong Yangsheng e. V., koordinieren den Arbeitskreis. Das nächste Treffen findet am Samstag, den 29. Oktober 2011 in Bonn statt. Ein Vortrag ist für dieses Treffen schon angemeldet. „Wie kann man der Entstehung der Hand-, Armerkrankung RSI (Repetitive Strain Injuries) bei Bildschirmarbeit entgegenwirken und dabei Grundgedanken und Übungen des Qigong zu Hilfe nehmen?“ Die Koordinatorinnen freuen sich sehr, wenn das Treffen durch weitere Vorträge, Erfahrungsberichte oder Fragestellungen und als Wichtigstes durch viele TeilnehmerInnen bereichert wird.

Nächstes Treffen: 29.10.2011 in Bonn

Koordination:
Barbara Twardon, Fon 06221-289 02, Mail btwardon@arcor.de
Irmela Schubert, Fon 05193-80 01 32, Mail irmela.schubert@t-online.de

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