Archiv > Ausgabe 27
 
Die Fachzeitschrift für alle Taijiquan- und Qigong-Praktizierenden

Zusammenfassungen
Ausgabe 27 – 1/2007

linie

Wege aus der Angst
Ein Erfahrungsbericht über Qigong in der Heilung von Angstzuständen und Depressionen
Von Ulrike Cornelia Lambert

Obwohl sie deutlich zunehmen, werden psychische Krankheiten in unserer Gesellschaft nach wie vor viel stärker als somatische Beschwerden als Makel empfunden. Wenig wird darüber bekannt, wie Betroffene selbst
Depressionen, Angstzustände oder auch psychotische Störungen erleben. Cornelia Lambert ist aus diesem Schweigen herausgetreten und berichtet davon, wie sie Qigong und Verhaltenstherapie bei ihrem Heilungsprozess unterstützt haben. Durch Qigong kam sie wieder in direkten Kontakt zu sich selbst und dem gegenwärtigen Augenblick, sie erlebte innere Ruhe und Stabilität.

 

Kraft durch den Rücken
Erläuterungen zum Tongbeiquan
Von Yürgen Oster

Neben Taijiquan, Baguazhang und Xingyiquan gibt es noch eine Reihe weniger bekannter Kampfkünste, die zur inneren Schule gerechnet werden. Tongbeiquan ist eng mit der Entstehung des Taijiquan verbunden und diesem auch in vielen Bewegungsprinzipien und vor allem im Partnertraining ähnlich. Yürgen Oster erlebte die Begegnung mit dem Tongbeiquan und insbesondere mit einem herausragenden Vertreter dieses Stils, Wu Maogui, als interessante Bereicherung für sein Taijiquan-Training. In einem ausführlichen Gespräch mit Wu Maogui wurde deutlich, dass verschiedene Kampfkünste unter diesem Namen bekannt sind, deren Ursprung, wie so oft, nicht eindeutig zu klären ist.

 

Austausch und Gruppenkreativität
Berichte aus den Qigong-Arbeitskreisen

Seit 1996 gibt es in der deutschen »Qigong-Szene« berufsspezifische Arbeitskreise, die sich jährlich zum Austausch von Erfahrungen und Ideen treffen und die Einsatzmöglichkeiten von Qigong in verschiedenen beruflichen Feldern diskutieren. Auf den Deutschen Qigong-Tagen 2006 wurde dieser Ansatz um »Austauschkreise« erweitert, in denen unabhängig von Berufszweigen bestimmte Themen zur Diskussion standen. Damit wurde betont, dass es nicht immer nur darum gehen sollte, die eigene Qigong-Kompetenz zu erhöhen, sondern auch die bereits vorhandenen Kompetenzen sichtbar zu machen, zu nutzen und miteinander zu verbinden. Um einen Eindruck zu geben von der Arbeit der verschiedenen Kreise, die alle offen für neue TeilnehmerInnen sind, veröffentlichen wir hier kurze Berichte der Treffen auf den Qigong-Tagen.

 

Die Lehrerin mit dem langen Haarzopf
Interview mit Tian Jingmiao

In den Kampfkünsten haben es nur wenige Frauen zu Rang und Namen gebracht. Tian Jingmiao, Schülerin von Lei Muni, der wiederum Meisterschüler von Chen Fake war, hat sich mit viel Ausdauer einen Platz in der Traditionslinie des Chen-Stil Taijiquan gesichert. Im Gespräch mit Davidine Siaw-Voon Sim erzählt sie davon, dass sie schon Mühe hatte, als junge Frau mit schlechter Gesundheit überhaupt als Schülerin angenommen zu werden. Es folgte eine jahrelange intensive Ausbildung und Erforschung der tiefen Bedeutungen der Taijiquan-Bewegungen. Nach Lei Munis Tod setzte Tian Jingmiao ihre Forschungen fort, indem sie bestimmte Aspekte wie das Fajin bei anderen Stilen vertiefte. Sie hält Taijiquan für eine gute Disziplin auch für Frauen, für die es ihrer Meinung nach wegen der sozialen Verpflichtungen schwieriger ist kontinuierlich intensiv zu trainieren, und rät dazu, sich nicht unnötig von gesellschaftlichen Konventionen einschränken zu lassen.

 

Zur Natürlichkeit zurückkehren
Interview mit George Xu

George Xu ist ein international tätiger Lehrer, der sich besonders für die traditionellen Inhalte der chinesischen Kampfkünste und einen Austausch zwischen den verschiedenen Schulen einsetzt. Im Interview mit Doris Tyson und Stefan Frey erläutert er den Wert einer traditionellen Kampfkunst wie Taijiquan in der modernen Gesellschaft, den er insbesondere darin sieht, dass sie zu einer ursprünglichen Natürlichkeit des Körpers zurückführen kann, in der der innere Körper wieder lebendig wird und die Wahrnehmung den äußeren Raum stärker einbezieht. Außerdem geht er auf die fünf Stufen der Bewegungsentwicklung im Taijiquan ein, über die es möglich wird, die eigene Kraft und spontane Flexibilität mit der Wirkung der Schwerkraft effizient zu verbinden.

 

Dao – der Weg
Erläuterungen zur Bedeutung des Schriftzeichens
Von Wang Ning

Chinesische Schrift wurde und wird in vielen asiatischen Ländern verwendet. Vor allem in Form von Kalligraphie gilt sie in ihrer ästhetischen Ausgestaltung und ihren zahlreichen Schriftarten als eine besondere Kunst und Meditation. In dieser und den nächsten Ausgaben des TQJ werden wir einige Zeichen, die in Verbindung zu unseren Lebenskünsten stehen, von ihrer Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte und dem Gebrauch im alltäglichen Leben her kennen lernen. Der Kalligraph und Taijiquan-Lehrer Wang Ning erläutert zunächst den Begriff »Dao«, der nicht nur in Philosophie und Religion an herausragender Stelle steht, sondern gleichzeitig auf vielfältige Weise die Alltagssprache durchzieht.